Newsletter 2009 PDF Drucken E-Mail

pdf Newsletter Mai 2009

pdf Newsletter September 2009

 

Newsletter Dezember 2009

Inhalt:    
    Einleitung
     Netzwerke des neuen Jahrtausends (Text Dietmar Tauchner)
     Termine


Einleitung

Wie immer ist viel los bei uns. Einerseits gibt es immer viel zu tun, aber andererseits merken wir immer mehr, das unser Versuch Menschen zu erreichen immer mehr gelingt und es eine starke  Resonanz gibt. Sicher habt ihr von „With Move – Barfußtanz“ gehört oder von unserem „Tiefen- Begegnung Abend“. Für mich war einfach toll, das was ich in der Ausbildung erleben konnte, nun in einem anderen Rahmen mit neuen Menschen in sehr kurzer Zeit auch erleben zu können.

Netzwerke des neuen Jahrtausends

Seit alters gibt es Unterschiede zwischen Ost und West. Dort geht die Sonne auf, hier geht sie unter. Das sind fundamentale Unterschiede, aber auch nur scheinbare, denn jeder weiß, dass die Sonne nicht unter geht, sondern nur im Sprachgebrauch. Differenzen in der Weltwahrnehmung zwischen Ost und West sind vielleicht - radikal zu Ende gedacht, auch nur solche der Sprache. Trotzdem: Im Osten hat sich historisch mehr eine kollektive Lebenshaltung heraus gebildet, in der der Einzelne für die Gemeinschaft da ist, mit all den daraus resultierenden Vor - und Nachteilen. Im Westen hingegen steht spätestens seit der Renaissance die Entwicklung und Bedeutung des Individuums im Mittelpunkt.

Für das spirituelle Streben war und ist die Bedeutung eines Ashrams (klosterähnliches Meditationszentrum in Indien) kaum zu überschätzen. Ein Ort, an dem sich spirituell Orientierte nicht nur treffen konnten, sondern sich in ihrem Bestreben sogar unterstützt fanden. Das Ashram (Sanskrit, frei übersetzt: "Ort der Bemühung") war und ist eine Struktur, die eine Vernetzung Gleichgesinnter ermöglicht, einen stabilen äußeren Rahmen für innere Prozesse gewährleistet. Zwar hatten Mönche soziale Pflichten zu erfüllen; aber vornehmlich kreiste der Tagesablauf doch um die spirituelle Entwicklung, wenngleich auch durch lebenserhaltende Tätigkeiten ergänzt. Das Entscheidende war: ein geschützter Rahmen für die Andacht war gegeben, was auch immer der Einzelne daraus machte.

Dem modernen, westlichen Yogi, dem es darum geht, wesentliche Yoga-Ideen in den Westen, in sein Herkunftsland zu transportieren, fehlt es allerdings an solchen Strukturen.
Zwar gab es und gibt es im Westen genauso Klöster wie in Indien, diese bieten aber keine Strukturen für das ursprünglich exotische Yoga an. Die Kluft der Traditionen ist doch zu groß. Außerdem hat sich die Rolle der Klöster durch die Zeitumstürze, die das Individuum in den Mittelpunkt des sozialen Seins gerückt haben, verändert. Die Bedeutung der Klöster ging nahezu verloren. Die Veränderung verlief von einem kommunalen zu einem egozentrischen Weltbild, in dem die Wirtschaft, kapitalistisch durchdrungen, das Wichtigste und Maßgeblichste überhaupt ist. Die kapitalistisch-globalisierende Weltwirtschaft hat sich zum gierigen, besitzbesessenen Ashram der Jetzt-Zeit empor geheimst.

Der moderne Yogi, der das traditionelle Netzwerk Ashram nicht mehr im Hintergrund hat, findet sich nun vordergründig im neuen Schein-Ashram Ökonomie wieder. Hier gilt es vergleichbaren Stereotypen wie: "Geld ist Zeit" und "Wissen ist Macht" erfolgreich zu begegnen. Der Yogi muss sich damit beschäftigen, wie er schützende Strukturen für das Yoga aufbauen kann. Er muss sich überlegen, wie er Yoga als Handelsgut anbieten kann, ohne es als bloße Handelsware zu verhökern? Er muss sich überlegen, wie er kommerziell bestehen kann, ohne zum Kommerz-Yogi,  zum Hansi Hinterseer des Yogas zu werden? Er sieht sich vor die Herausforderung gestellt, vita activa und vita contemplativa zu vereinen, obwohl eigentlich nur der Faktor Aktivität/Produktivität zählt, in einer neonausgeleuchteten Neowerbewelt, wo Innenschau als Passivität und als Schwäche gilt. Wie kann der moderne Yogi bewerkstelligen, dass die Materie nicht das Mentale überschattet, ohne sich aber auf das Primat des Mentalen gegenüber der Materie trotzig zurück zu ziehen? Dies sind nicht nur rhetorische Fragen für den Yogi. Er muss sie allesamt anpacken. Er muss sich zwischen der Freiheit der Innenschau und der Grenze des Materiellen auf sich selbst besinnen und seinen Weg gehen.

Natürlich könnte der moderne Yogi nach Indien emigrieren, sich in ein Ashram begeben und dort alt und glücklich werden. Aber er will das entdeckte Wissen weiter geben, mit jenen teilen, die ähnliche Sozialisierungen durchlaufen haben wie er; er will etwas vermitteln, weil er spürt, dass etwas dort fehlt, wo er aufgewachsen ist. Also bietet der moderne Yogi seine Fähigkeiten am freien Markt an, versucht Gleichgesinnte zu erreichen, dazu zu bewegen, sich mit ihm auszutauschen, zu einem Tauschhandel der Fähigkeiten und Einsichten anzuregen; einem modernen Tauschhandel, der frei von nur kommerziellen Absichten ist, sondern dem freien Austausch von Erfahrungen dient. Die Frage lautet nicht mehr: Wie kann ich materiell zulegen, wie viel Geld und Macht an mich raffen? Die Frage lautet: Wie kann ich meine Einsichten und Fähigkeiten so vermitteln, dass sie für andere integrierbar werden und zu deren Entwicklung beitragen können? Nach dem kollektiven Netzwerk Ashram der Vergangenheit und dem egozentrischen Netzwerk Ökonomie der Gegenwart dämmert nun ein neues Netzwerk am morgendlich abendländischen und am abendlich morgenländischen Horizont: Das Ich-Du-Wir-Werk.

Termine:


     „Einblicke“ Schnupperwochenende: 23.1. – 24.1.2010 Hotel Post Laaben
     „Yoga und Tanz“: 7.2. bis 14.2.2010 auf La Gomera
     „With Move“  Barfußtanz: 12.3.2010 20.00 bis 24.00 Uhr in Tribuswinkel
     „Tiefe Begegnung“ Abend: 18.3.2010 von 19.00 bis 22.00 Uhr Hotel Post Laaben

 

Pernitz auf der „Yogawelle“

Die Pernitzer sind auf den Geschmack von Yoga gekommen. Das belegt der ausgebuchte Yogakurs von Ingrid Kranz am Dienstagabend. Nach der Sommerpause besteht die Möglichkeit der Yogapraxis sogar zwei Mal pro Woche.

Startschuss für die „Yogawelle“ war der Informationsabend zum Thema „Yoga-Lebensberatung – einer Möglichkeit, voller Zuversicht in eine ungewisse Zukunft zu blicken“ Anfang Mai im Amtshaus der Gemeinde Pernitz. An der interaktiven Veranstaltung haben neben Bürgermeister Rudolf Postl rund 20 Interessierte zwischen 18 und 65 teilgenommen.  

Zuerst hat der Sozialarbeiter und Schriftsteller Dietmar Tauchner seine Arbeit „Optionale Poesie“ vorgestellt, wobei das Publikum zum Mitmachen eingeladen war. Im Zentrum dabei steht die freie Begegnung von Wort und Bewegung. Diese Arbeit hat der Yogatrainer in Ausbildung im Behindertenwohnheim „Wege zum Wohnen“ entwickelt. „Die Bewohner sind von dem Angebot begeistert“, erklärt Martin Inschlag, Interner Leiter des Wohnheims, „sie haben nicht das Gefühl behindert zu sein, sondern werden ernst genommen.“

Im zweiten Pogrammpunkt hat Hans Endmaya, Begründer von Yoga Individuell, über seinen persönlichen Weg zu Yoga und seine damit einher gehende Veränderung erzählt. Yoga Individuell steht für ein Yoga ohne starre Grundsätze. Das heißt jeder Mensch kann entsprechend seinen Möglichkeiten Yoga praktizieren. Im Mittelpunkt steht die eigene Entwicklung durch autonomes Lernen. Yoga Individuell bietet neben eigenen Ausbildungen auch ein wirtschaftliches Netzwerk für Yogatrainer.

Ein Mitglied des Netzwerkes, Ingrid Kranz, Yogatrainerin und Sozialarbeiterin, wohnhaft in Rohr im Gebirge, hat zuletzt ihre individuelle Yogapraxis vorgestellt.
Am selben Abend haben sich 6 TeilnehmerInnen für ihren Yogakurs angemeldet. Ausgeweitet hat sich der Kurs auf 12 Personen. Aufgrund der großen Nachfrage wird Ingrid ab kommenden Herbst zwei Kurse pro Woche anbieten. Möglichkeit zu schnuppern besteht am 14. und 15.9 von 19 - 21 Uhr im Pfarrsaal Pernitz.
Die Anmeldung erfolgt per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.